Erfahrungsbericht zur Teilnahme an der Deutschen SchülerAkademie   

von Luke Stegemann, Q1, im Sommer 2026

Meine Zeit bei der Deutschen SchülerAkademie 2026

Vom 18. bis zum 30. August 2026 nahm ich an der Deutschen SchülerAkademie in Papenburg teil, die in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) stattfand. Mein Kurs trug den Titel „Film, Theater, (Pop-)Konzert als Wissenschaft“ und beschäftigte sich damit, wie unterschiedliche Aufführungsformen wissenschaftlich untersucht und ihre Wirkung auf Zuschauer*innen beschrieben werden können. Neben der Arbeit im Kurs standen auch das Freizeitangebot und der Austausch mit anderen Teilnehmenden, gemeinsame Aktivitäten innerhalb der Akademie im Mittelpunkt.

Am ersten Tag kam ich bereits um 14:30 Uhr und damit relativ früh in Papenburg an. Die Anreise fand zwischen 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr statt. Nach der persönlichen Begrüßung bei der Akademieleitung wurde ich zunächst zu meinem Zimmer im Gästehaus gebracht. Die Akademie verteilte sich insgesamt auf vier Gebäude und Bereiche, darunter das Gästehaus, das Künsterlhaus und das Haupthaus. Ein wichtiger Ort war das Regionale Umweltzentrum (RUZ). Dort fanden unter anderem die täglichen Plenen am Morgen, gemeinsame Besprechungen und später auch Feiern statt. Im Verlaufe des Tages kamen immer mehr Teilnehmende an und man kam auch schon in die ersten Gespräche zusammen. Besonders interessant fand ich, dass Jugendliche aus ganz Deutschland und teilweise auch aus dem Ausland zusammenkamen. Am Abend folgte das gemeinsame Abendessen, das erste Plenum und weitere Möglichkeiten zum Kennenlernen. Anfangs war ich noch etwas gespannt, wie die nächsten zwei Wochen werden könnten und ob sich die vielen unterschiedlichen Menschen gut verstehen würden. Die Bedenken waren aber schnell weg und ich habe mich schon am ersten Abend ziemlich wohlgefühlt.

Typischer Tagesablauf

An den meisten Tagen war der Ablauf zunächst sehr ähnlich. Nach dem Frühstück von 7:45 bis 8:20 Uhr trafen sich um 8:30 Uhr alle Teilnehmenden zum gemeinsamen Plenum. Dazu gehörte auch die „Papenschau“, die jeden Tag von einem anderen Kurs gestaltet wurde. Sie ist an die Tagesschau angelehnt und verbindet aktuelle Nachrichten mit witzigen Storylines, ausgedachten Geschichten und

zielt auf eine kreative Gestaltung der gesamten Show ab. In unserer „Papenschau“ haben wir beispielsweise zunächst über aktuelle Themen berichtet und bauten anschließend immer mehr humorvolle und erfundene Nachrichten ein. So gab es unter anderem eine Wettervorhersage, eine absurde KüA-Ankündigung und z.B. den erfundenen „Schattenskandal in Papenhausen“, bei dem Dagoberts Schatten unter Verdacht stand. Außerdem griffen wir mit einem Beitrag über steigende Kinobesuche auch das Thema unseres eigenen Kurses auf. Anschließend begann um 9:00 Uhr die erste eigentliche Kursschiene, die bis 12:20 Uhr dauerte.

Nach dem Mittagessen konnte die Zeit für kursübergreifende Angebote, die sogenannten KüAs, oder auch frei genutzt werden. Um 16:00 Uhr gab es Kaffee und Kuchen, bevor die zweite Kursschiene von 16:30 bis 18:40 Uhr stattfand. Nach dem gemeinsamen Abendessen standen erneut KüAs oder Freizeit auf dem Programm. Die KüAs wurden größtenteils von den Teilnehmenden selbst angeboten und waren dadurch sehr vielfältig. Ich nahm beispielsweise an verschiedenen Tanzangeboten wie schottischem Tanz, Paartanz und Line Dance teil. Es kamen auch jedes Mal zahlreiche Leute, um daran teilzunehmen. Daneben haben wir z.B. Poker gespielt und viele weitere sportliche, kreative oder gemeinschaftliche Angebote ausprobiert. Ein besonderes Erlebnis war für mich außerdem das gemeinsame Bootfahren. Da die Akademie direkt an einem kleinen Teich mit eigenem Bootssteg liegt, konnten wir dort gemeinsam mit den Booten fahren. Häufig verbrachten wir unsere freie Zeit aber auch einfach damit, zusammenzusitzen, Spiele zu spielen und uns zu unterhalten. Gerade dadurch lernte man auch Personen aus anderen Kursen immer besser kennen.

Der geregelte Tagesablauf veränderte sich besonders in der zweiten Hälfte der Akademie jedoch deutlich, als in unserem Kurs die gemeinsame Produktion immer näher rückte und Proben, Dreharbeiten und organisatorische Aufgaben mehr Zeit einnahmen.

Mein Kurs – „Film, Theater, (Pop-)Konzert als Wissenschaft“

Mein Kurs beschäftigte sich mit der wissenschaftlichen Betrachtung und Untersuchung von Film, Theater und Popkonzerten. Dabei ging es vor allem darum, wie wir diese verschiedenen Aufführungsformen wahrnehmen, welche Erfahrungen sie bei uns auslösen und wodurch ihre Wirkung entsteht. Bereits vor Beginn der Akademie startete die Vorbereitung auf unseren Kurs. Wir bekamen einen Reader, den wir vor der Anreise lesen und teilweise bearbeiten sollten. Dieser enthielt verschiedene Grundlagen und Theorien, passend zu unseren Themen. Dadurch kannten wir bereits einige wichtige Begriffe und Modelle, die während der Akademie wieder aufgegriffen und angewendet wurden. Zusätzlich bereitete jede Person eigenständig eine kreative Aufgabe vor. Das Leitbeispiel unseres Kurses war das „Confessions II“ Album von Madonna. Dafür sollten wir einen Song ihres Albums auswählen und unsere persönliche Wahrnehmung und Verbindung kreativ darstellen. Ich entschied mich für „Fragile“ und erstellte dazu ein Video aus persönlichen Bildern und Erinnerungen passend zu dem Inhalt dieses Liedes. Die Lieder begleiteten uns weiterhin durch den gesamten Kurs, da fast jede Kursschiene mit einem sogenannten „Warm-up“ begann, bei dem eine Person ihre kreative Aufgabe vorstellen und wir uns gemeinsam mit dem jeweiligen Song beschäftigen sollten.

Der eigentliche Kurs war in vier größere Blöcke aufgeteilt. Im ersten Block „Geschichte, Theorie und Analyse“ beschäftigten wir uns zunächst mit den theoretischen Grundlagen und untersuchten anschließend Aspekte wie Film, Theater, Musikvideos und Popkonzerte. Im zweiten Block teilte sich unser Kurs in zwei Gruppen auf. Während sich meine Gruppe mit einer Umfrage beschäftigte, arbeitete die andere am wissenschaftlichen Schreiben und unserer Dokumentation. Darauf folgte mit der Showproduktion als künstlerische Praxis der größte praktische Teil des Kurses. Hier entwickelten wir gemeinsam eine eigene Aufführung, die am 27. August vor der Akademie aufgeführt wurde.

Der vierte und letzte Block verlief anders als ursprünglich geplant. Aufgrund einiger organisatorischer und kursinterner Schwierigkeiten während der Akademie kam es zu Veränderungen im Kursablauf. Die geplante Auswertung unserer Umfrage konnte deshalb nicht mehr durchgeführt werden. Stattdessen nutzten wir die letzten Kurschienen in einer deutlich entspannteren Atmosphäre, um vor allem unsere wissenschaftliche Dokumentation fertigzustellen und am Ende noch von uns selbst mitgebrachte Aufnahmen, Filme oder Stücke anzuschauen und zu analysieren.

Showproduktion

Den größten Teil unserer Kurszeit nahm die Showproduktion ein. Ziel war es, das zuvor Gelernte nun selbst praktisch umzusetzen und gemeinsam eine eigene Aufführung zu entwickeln. Dafür entstand eine Geschichte rund um die Hauptfigur Paula, die durch eine Mischung aus Theater, Filmszenen und eigener Musik erzählt wurde.

In diesem Block teilten wir uns in vier verschiedene Bereiche auf: Die Theatergruppe war hauptsächlich für das Schreiben des Drehbuchs zuständig, während die Filmgruppe Filmszenen drehte und sich um die Technik der gesamten Show kümmerte.  Die Konzertgruppe entwickelte einen eigenen Song. Ich war Teil der Umfragegruppe, die vor allem organisatorische Aufgaben übernahm, d.h. beispielsweise das Management, die Aufgabenverteilung und das Besorgen von Materialien. Je näher der Auftritt rückte, desto intensiver wurde die Arbeit und einige Kursschienen gingen deutlich länger als geplant. Auch ich übernahm verschiedene Aufgaben und entwickelte unter anderem gemeinsam mit einer anderen Kursteilnehmerin eine Stand-up-Comedy, die als humorvoller Abschluss der gesamten Aufführung diente und auch die anderen Akademiekurse sowie das Publikum mit einbezog.

Fazit

Rückblickend war die Deutsche SchülerAkademie für mich eine sehr schöne und besondere Erfahrung und ich bin sehr dankbar, daran teilgenommen zu haben.

Neben den vielen neuen Inhalten aus meinem Kurs waren es vor allem die Menschen, die diese zwei Wochen für mich besonders gemacht haben. Ich habe viele neue Leute aus ganz Deutschland und teilweise auch aus dem Ausland kennengelernt, mit denen ich viele gemeinsame Interessen und Erfahrungen teilen konnte, aber auch neue Sichtweisen kennengelernt habe.

Auch wenn die Zeit teilweise anstrengend und besonders während der Showproduktion stressig war, würde ich mich jederzeit wieder für eine Teilnahme entscheiden. Aus unserem Kurs wurden dabei schnell mehr als nur Bekanntschaften. Wir wurden zu einem funktionierenden Team, haben Freundschaften geschlossen und sind über die zwei Wochen immer weiter zusammengewachsen. Ich nehme aus der Akademie viele neue Erfahrungen, Erinnerungen und vor allem neue Freundschaften mit.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Gymnasium Aspel